Die
Wetterhäuschen bzw. meteorologische Säulen gehörten seit 1884 zum
Produktionsprogramm der Gießereiabteilung des königlichen Hüttenwerks
Wasseralfingen.
Die in Wasseralfingen gefertigen Wetterhäuschen wurden
von dem bekannten Architekten, Maler und Dessinateur Paul Lauser (1850-1927)
aus Stuttgart entworfen, der seit 1881 auf dem Hüttenwerk für die
künstlerische Gestaltung der Gußobjekte verantwortlich war.
Die reich verzierten Bauelemente des Häuschens entstanden
im aufwendigen Kastenguß und mußten anschließend aufwendig ziseliert
werden, wodurch die Herstellungskosten deutlich anstiegen. Die Säule
wurde stets in Einzelteilen ausgeliefert und vom Werksschlosser beim
Kunden zusammengesetzt.
Im Katalog der Firma Heinrich Kappeller
aus Wien wird die Säule wie folgt beschrieben: Ein vollständig
ausgestattetes meteorologisches Wetterhaus, aus Gußeisen im
Renaissancestil gebaut, mit Sockel aus Kaiserstein, 4,50 mtr. hoch,
dreiseitig, als Dachabschluß eine Windrose, eine Windfahne und
ein Windstärkeanzeiger.
Die Ausstattung mit met. Instrumenten dürfte unterschiedlich
gewesen sein. Die Säule wurde teilweise auch mit einer elektrischen
Uhr ausgeliefert. Die einzige uns bekannte noch existierende Säule
mit Uhr steht in Baden-Baden.
Der Stadtverein in Salzburg betreut seit 1888 eine der beiden uns
bekannten noch existenten Säulen dieses Typs und hat uns auf
Anfrage eine Kopie der Werkszeichnung zur Verfügung gestellt
Besonders signifikant sind die Figuren auf der Bekrönung der
Säule. Es handelt sich anscheinend um sogenannte Melusinen, eigentlich
weibliche Fabelwesen mit Fischschwanz, die in der Ornamentik ein häufig
wiederkehrendes Motiv bilden. In Wasseralfingen wurden Sie auch bei
zeitgenössischen Ofenmodellen verwendet und dienten wohl rein dekorativen
Zwecken - denkbar wäre aber auch eine Assoziation zu Wasser-Regen
oder Naturgewalten.