Deutschland - Stuttgart

Die Wetterhäuschen bzw. meteorologische Säulen gehörten seit 1884 zum Produktionsprogramm der Gießereiabteilung des königlichen Hüttenwerks Wasseralfingen.

Die in Wasseralfingen gefertigen Wetterhäuschen wurden von dem bekannten Architekten, Maler und Dessinateur Paul Lauser (1850-1927) aus Stuttgart entworfen, der seit 1881 auf dem Hüttenwerk für die künstlerische Gestaltung der Gußobjekte verantwortlich war. Die reich verzierten Bauelemente des Häuschens entstanden im aufwendigen Kastenguß und mußten anschließend aufwendig ziseliert werden, wodurch die Herstellungskosten deutlich anstiegen. Die Säule wurde stets in Einzelteilen ausgeliefert und vom Werksschlosser beim Kunden zusammengesetzt.

Trotz seiner dem Zeitgeschmack entsprechenden Gestaltung fand die meteorologische Säule nicht den erhofften Absatz und die Hüttenverwaltung nutzte jede Gelegenheit, um das Produkt öffentlichkeitswirksam auszustellen und seinen Verkauf anzukurbeln. Die Ausstellung für Elektrotechnik und Kunstgewerbe, die von Juni bis September 1896 unter der Schirmherrschaft der Zentralstelle für Gewerbe und Handel im Stuttgarter Stattgarten stattfand, bot einen willkommenen Anlaß.

Die königlichen Hüttenwerke waren mit einem eigenen Stand, an dem vornehmlich gußeiserne Öfen und Säulen präsentiert wurden, vertreten. Darüber hinaus befanden sich zwei baugleiche Wetterhäuschen an zentralen Punkten des Ausstellungsgeländes. Die eingebauten meteorologischen Instrumente, ein Thermometer, Barometer und ein Minimal-Maximal-Thermometer, stammten vom Stuttgarter Hofoptiker Hetschel, das elektrische, an den Regulator der nahegelegenen Bahnhofsuhr angeschlossene Uhrwerk hatte der Hofuhrmacher Kutter gefertigt.

Das Ausstellungsstück war mit einem Schild, das über die Namen der beteiligten Feinmechaniker und des Hüttenwerks Auskunft gab, versehen und zudem vom Maler Kämmerer mit einer hellen Emailschicht verziert worden, die nicht zum herkömmlichen Lieferungsumfang gehörte. Insgesamt erwies sich die Ausstellungsbeteiligung für die königlichen Hüttenwerke als Erfolg und einzelne Gußstücke wurden von der Preiskommission prämiert.

Über die Publikumsresonanz des Wetterhäuschens haben sich jedoch keine Informationen erhalten. Nach dem Ende der Ausstellung bot das Hüttenwerk die meteorologische Säule der Stadtgartengesellschaft "zu einem verhältnismäßig billigen Preis" zum Kauf an. Diese lehnte jedoch dankend ab, weil der Park bereits über ein ähnliches Stück verfügte. Daraufhin wurde das Ausstellungsstück abgebrochen und wieder in das Eisenmagazin nach Wasseralfingen zurücktransportiert.

Die metereologische Säule (Wetterhäuschen) von dem kgl. württ. Hüttenamt in Wasseralfingen

Foto und Informationen: Dipl.oec.Uwe Fliegauf, Wirtschaftsarchiv Baden-Württemberg, Quelle: Ausstellungsakten (WABW, B 1007, Bü 2154)


Übersicht Wettersäulen

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