Schweiz - Sankt Gallen - Marktplatz im Kanton St. Gallen

Ansichtskarten: Paul Bächtiger

Anlage mit meteorologischer Säule am Markt, Vadiandenkmal

Mit dem Abbruch des alten Rathauses am Markt 1877 und dem Entscheid, an dessen Stelle kein neues zu bauen, stand ein Freiraum zur Verfügung, der als weiter und offener Platz die Markt- und die Neugasse mit dem ehemaligen Rindermarkt und dem Bohl in Verbindung brachte...

1877/78 wurde der Abbruchplatz des alten Rathauses instand gesetzt und zu einer kleinen Anlage gestaltet, in deren Mittelpunkt eine meteorologische Säule aufgestellt wurde. Schon im Juni 1878 fand in Form eines satirischen "Eingesandt" im Tagblatt eine erste Blumenlese auf dem neu angepflanzten Rathausplatz statt, und es konnte "die verhältnismäßig fröhliche Anzeige von der unerwarteten endlichen Ankunft des elektrischen Ührleins auf der meteorologischen Säule in unserer Mitte" gemacht werden. Um diese Säule, so der Zeitungsschreiber, "wird ein Geländer gezogen, zum Hinaufsteigen für Kurzsichtige, die keine Lorgnetten haben".. Wegen der geringen Lebensfähigkeit des Neulings hat man gleich ein Nachtlicht darin angebrungen.

In einer längeren Fortsetzungsreihe im Tagblatt wurde die mit Gaslicht erhellte Wettersäule 1887 erklärt und deren Aufstellung gerechtfertigt. Die uhrbekrönte Säule "mit dem etwas flackernden Gaslicht, dem Andenken der Stätte vierhundertjähriger Rathsweisheit geweiht", wurde 1897 an den elektrischen Strom angeschlossen.
Quelle: Röllin, Peter: St. Gallen, Stadtveränderung und Stadterlebnis im 19. Jahrhundert, St. Gallen 1981 zur Verfügung gestellt durch das Stadtarchiv Sankt Gallen

Das Vadian-Denkmal wurde 1904 aufgestellt.

Willi Nef schreibt in seinem Büchlein " Sankt Gallen vor der Jahrhundertwende" im Jahr 1955 folgendes.

Seitdem im Laufe der siebziger Jahre das alte Rathaus auf dem Marktplatz abgetragen war, galt- es tönt schon fast unglaublich und komisch - als Mittelpunkt der Stadt die meteorologische Säule, die etwas nördlich vom heutigen Vadiandenkmal stand. In der Schule hat man uns immer gelehrt, das Zentrum St. Gallens sei diese Wettersäule, und alle Distanzberechnungen, die in St. Gallen gemacht würden, gingen von diesem Zentrum aus. ...Die Wettersäule stand auf einem Hügelchen, das hübsch bepflanzt war und mit seinen bequemen Ruhebänklein wie ein kleiner Park aussah...."

In der Broschüre zur neuen Säule von Sankt Gallen ist die alte Säule auch erwähnt:

historischen Ansichten oben: Kantonsbibliothek St.Gallen

 


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