Schweiz - Luzern

zu dieser Wettersäule haben wir folgende Angaben erhalten.

Herr Bernhard Brechbühl teilte uns mit, daß diese Fotos noch die Originalinstrumente der Firma Short & Mason, London zeigen, unter anderem einen Barographen mit 11 Druckdosen für besondere Genauigkeit. Das Thermometer war bewußt mit den Einheiten Reaumur, Celsius und Fahrenheit ausgestattet, um dem internationalen Publikum Rechnung zu tragen. Um 1970 wurden die ersten Instrumente durch andere der Firma Lufft, Stuttgart ersetzt.

Das Stadtarchiv von Luzern konnte uns zu dieser Säule folgendes mitteilen.

Nach dem Bau der neuen Seebrücke wurde im Juni 1936 anstatt der alten Wettersäule eine neue Wetterstation errichtet .

"[...] Sie stellt ein schmuckes kleines Bauwerk dar, bestehend aus einem schlanken, nach unten sich verjüngenden Castione-Granitsockel, überdeckt von einer schmalen Granitplatte. Das Ganze darf als feine Kombination zwischen vertikaler und horizontaler Linie gewertet werden, es wirkt schlicht und solid zugleich und passt sich auch in der Tönung des Steins der nahen Brücke trefflich an. Herrn Stadtbaumeister Türler und seinem Stabe darf gratuliert werden zu diesem Zierstück, mit dem sie die lange Zeit verwaiste Seekanzel am Schwanenplatz bedacht haben.

Es handelt sich indessen nicht nur um eine Zierde, sondern eben um die Unterbringung der meteorologischen Instrumente, welche zum Teil hier schon früher ihre Stätte hatten, zum Teil nun neu hinzugekommen sind. Auf der Nordseite der Wettertafel finden sich zwei Nischen unter Glas, von Anikorodal eingefasst. Deren eine enthält einen Barographen (der später durch einen grösseren ersetzt wird), einen Thermographen und einen Hygrographen (Feuchtigkeitsmesser). Die rechtsseitige Nische ist vorläufig noch leer: Hier sollen Berichte der Meteorologischen Station in Zürich Platz finden, ferner Wettermitteilungen aus Luzern und im Winter Sportbulletins bzw. Angaben über die Schneehöhe wichtiger Kurorte. Zwischen den beiden Nischen wird demnächst ein Quecksilberbarometer eingebaut ohne Verglasung.

Die Gehäuse weisen je oben und unten Luftöffnungen auf; der Beleuchtung dienen längliche, abgeschirmte Soffittenlampen. Die Südseite der Tafel wurde für eine Orientierungskarte reserviert. Anstatt eine gewöhnliche Landkarte hinzuhängen, die von den wenigsten Leuten beachtet würde, beauftragte die Stadt den Künstler Sepp Amrein mit dem Entwurf einer Attraktionskarte, deren Ausarbeitung als ungewöhnlich geschickt und witzig bezeichnet werden darf. [...]"

Projektbeteiligte: Baugeschäft Füllemann (Granit und Steinhauerarbeiten), Jos. Meyer, Eisenbau (Schlosserarbeiten), Firma Ecker (Instrumenten-Lieferung).

Abriss.

Mit dem Abbruch der zweiten Seebrücke verschwand die Wetterstation vom Brückenkopf. Das genaue Datum konnte nicht ermittelt werden. (Baubeginn der dritten Seebrücke 1994, 1996 Einweihung).

Foto oben links: Stadtarchiv Luzern
andere Fotos: Bernhard Brechbüh, Luzern


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