Schweiz - Luzern


Das Stadtarchiv von Luzern konnte uns zu dieser Säule folgendes mitteilen.

Die Wetterstation ("Meteorologische Säule") am Schwanenplatz wurde 1870 vom Stadtrat und vom Grossen Stadtrat (Kredit) auf Initiative der Naturforschenden Gesellschaft bewilligt. Kosten Fr. 3600 (davon Fr. 2200 allein für die physikalischen Instrumente), zulasten des Kredits der Seebrücke. Die Säule sollte einen Barometer, urspr. zwei Thermometer, eine öffentliche Uhr, eine (Segel-)Windfahne und eine Orientierungskreuz enthalten. Dazu kam dann noch ein selbstregistrierender Pegel für die Aufzeichnung der Seehöhe. Die Pläne stammten von den Herren Segesser und Balthasar, die Ausführung wurde Herrn Bargazzi, Solothurn, übertragen.


Nach der Ausführung der Säule wirkte diese zu kurz und "gedrückt", weshalb sie auf einen Granitsockel gestellt wurde. Dadurch waren aber die Instrumente zu hoch oben angeordnet, so dass man für das genaue Ablesen auf den Granitsockel hinaufstehen musste. Da das Gehäuse zu klein erstellt und die Ausführung unbefriedigend war, muss die Säule - kaum aufgestellt - wieder abgetragen und umgearbeitet werden. Diese Arbeiten besorgte Bildhauer Odermatt, der auch für die Inschriften zuständig war. Probleme bereiteten auch die Qualität und die Ausführung der Instrumente durch die Instrumentenfabrik Hermann & Pfister, Bern. Auch hier mussten nachträglich Verbesserungen vorgenommen werden. Die Uhr sollte ursprünglich auch nachts für die Passanten erleuchtet sein. Weil jedoch das Brennen der Gasflamme das Gehäuse unzulässig erhitzte, musste schliesslich darauf verzichtet werden.

Die Bauabrechnung für die Meteorologische Säule wurde am 5. Oktober 1871 vom Stadtrat zur Kenntnis genommen. [Angaben aus Dossier B3.30/A51, darin u.a. Schlussbericht von 1872, Plan / Ansicht / Inschrift Masstab 1:10, von 1915]

Das Stadtarchiv Luzern hat ein Aktendossier zum Thema: [B3.30/A60] - Bau der zweiten Seebrücke, enthält: Dokumente betr. Wetterstation am Schwanenplatz. Eingabe der Meteorologischen Kommission Luzern und der Naturforschenden Gesellschaft. Vorschlag Wilhelm Ecker, Optiker. - 1935-1936. Daraus geht hervor, dass die meteorologische Säule, die an der Schwanenplatzseite aufgestellt gewesen war, bei Inangriffnahme des Baues der neuen Seebrücke entfernt worden ist

Neubau

- Nach dem Bau der neuen Seebrücke wurde im Juni 1936 eine neue Wetterstation errichtet .

"[...] Sie stellt ein schmuckes kleines Bauwerk dar, bestehend aus einem schlanken, nach unten sich verjüngenden Castione-Granitsockel, überdeckt von einer schmalen Granitplatte. Das Ganze darf als feine Kombination zwischen vertikaler und horizontaler Linie gewertet werden, es wirkt schlicht und solid zugleich und passt sich auch in der Tönung des Steins der nahen Brücke trefflich an. Herrn Stadtbaumeister Türler und seinem Stabe darf gratuliert werden zu diesem Zierstück, mit dem sie die lange Zeit verwaiste Seekanzel am Schwanenplatz bedacht haben.

Foto von 1871 und Informationen: Stadtarchiv Luzern
Ansichtskarten: Paul Bächtiger
Die Zeichnung haben wir dem Buch "L`Histoire du Barometre" von b.j.Maxant Paris erschienen im Jahr 2000 entnommen. Der Stich links zeigt die Säule in einem Reiseführer von 1910

Sonderseite: Instrumente von Hermann & Pfister - Pfister & Streit, Bern



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